Schulkonzept

 

Wir gehen davon aus, dass jeder Mensch von Natur aus neugierig ist und das Bedürfnis hat, seine Anlagen und Fähigkeiten zu entwickeln.

Unsere Schule will also ein Raum sein, in dem dieses Bedürfnis gefühlt und gelebt werden kann - gerade weil die meisten unserer SchülerInnen mit einem gestörten Verhältnis zu Schule und Lernen zu uns kommen.

 

Unser Schulkonzept versteht sich nicht als starres Regelkonstrukt. Es dient uns vielmehr als Leitfaden, der unsere tägliche Arbeit organisiert, hinterfragt und auf Qualität prüft. Gleichzeitig bietet uns das Konzept einen erfolgreich erprobten Rahmen mit Freiräumen für individuelle Gestaltung.

 

Wir begleiten unsere SchülerInnen dahingehend, dass sie unsere Schule mit einem anerkannten Schulabschluss in der Tasche verlassen können.

Dafür müssen die SchülerInnnen eine Fülle von Lerninhalten aufnehmen.

Wir achten dabei auf ein Schulklima, in dem Neugierde und gemeinsames Forschen groß geschrieben wird. Die Lehrkräfte nehmen hier möglichst die Rolle eines Lernbegleiters ein.

 

Der Unterricht findet in der Regel in den projekteigenen Schulräumen statt, wobei diese räumlich von den Betreuungsstellen getrennt sind. SchülerInnen und Lehrerteam sind gemeinsam verantwortlich für Gestaltung und Pflege der Räumlichkeiten.

Bei Bedarf übernehmen wir auch Fernbeschulung von unserer Schule aus oder besuchen SchülerInnen in ihren Betreuungsstellen.

 

Die im schulischen Zusammenleben entstehende Konflikte behandeln wir offen und demokratisch und suchen aktiv nach gemeinsamen Lösungen.

Reflexion, damit Erfolge sichtbar und festgehalten werden, nächste Lernschritte gemeinsam vereinbart werden und Probleme zeitnah und lösungsorientiert besprochen werden können. Der Vertrauenslehrer/die Vertrauenslehrerin sorgt daher für:

 

- mindestens einen wöchentlichen Kontakt mit der Bezugsbetreuung

- ein wöchentliches Einzelgespräch mit den SchülerInnen

- ein wöchentliches Team aller Lehrkräfte gemeinsam mit der pädagogischen Leitung

 

Bei der Aufnahme neuer SchülerInnen gehen wir schrittweise vor. Wie zügig die einzelnen Phasen durchgangen werden, wird im individuellen Kontakt mit den Jugendlichen und im Team entschieden.

Ein neuer Schritt kann erst getan werden, wenn die SchülerInnen die vorherige Phase erfolgreich abgeschlossen haben.

Schritt 1: Erster Kontakt

 

Zielsetzung:

· Gegenseitiges Kennenlernen/Beziehung aufbauen

· Spaβ am Lernen wiederentdecken

· Lernsperren überwinden

· Erste Regeln einhalten lernen

· Konsequenzen für Regelbrüche akzeptieren lernen

· Gemeinsam neue Möglichkeiten der Konfliktbewältigung finden

 

Umsetzung:

Die SchülerInnen kommen ein- bis zweimal wöchentlich in die Schule und erhalten Unterricht im Verhältnis 1:1.

 

In diesem Rahmen können die Lehrkräfte sich zunächst ein Bild machen von:

· Vorkenntnissen in den Hauptfächern

· Lernverhalten/Arbeitsweise

· Sozialverhalten

· Interessenschwerpunkten

 

Die Schüler verpflichten sich zur Einhaltung erster individuell vereinbarter Regeln, wie Erledigung der Hausaufgaben, Pünktlichkeit...

 

In dieser Phase haben die SchülerInnen immer Einzelunterricht und können die Lehrkräfte in Ruhe kennen lernen. Probleme werden in einem vertraulichen Rahmen besprochen und gemeinsam Lösungen gefunden

 

Schritt 2: Integrationsphase

 

Besondere Zielsetzung:

· Integration in die Lerngruppe

· Bisheriges Rollenverhalten in der Schule gemeinsam reflektieren

· Schulregeln einhalten

· Höhere inhaltliche Anforderungen und damit verbundene Probleme zu verkraften

· Erste schulische Zielsetzungen definieren

 

Umsetzung:

 

Die SchülerInnen kommen 2-3mal wöchentlich innerhalb der Schulzeit zum Unterricht. Bei Bedarf findet noch Einzelunterricht statt, nach Möglichkeit aber auch Unterricht in Kleinstgruppen.

 

Wenn sich die Schüler überfordert fühlen, können sie auf Absprache Unterrichtspausen erhalten. Diese Rückzugsmöglichkeit wird ausdrücklich erlaubt, damit die Schüler sich steuern können, statt in alte Verhaltensmuster zu fallen.

Schritt 3: Vollzeit-Unterricht

 

Zielsetzung:

 

· Allmähliches Erlangen des Lernstoffes, der ihrer Klassenstufe entspricht

· Schulische Zielsetzung definieren: Hauptschul- oder Realschulabschluss,

          Abitur,...

· Stärken und Interessen ausbauen

· Berufswünsche entwickeln

· Schule als mitverwalteten Raum erfahren

· Sich als aktives Mitglied einer Gemeinschaft einbringen

 

Umsetzung:

 

· Unterricht jeden Vormittag von Montag bis Freitag

· Regelmäβiger Kontakt mit den Schulen in Deutschland

· Bearbeitung der von den Ländern vorgesehenen Lehrstoffen

· Anmeldungen zu Prüfungen

· Praktika

· Berufsfindungsmappe der Agentur für Arbeit

· Projekteigenes Programm zu Berufsfindung und Bewerbung

· Wöchentliche Schulkonferenzen

 

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